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18.06.06

Partnertausch - Beziehungskick oder Beziehungskiller?

Partnertausch

Swingerclubs erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Welche Sehnsüchte und Gefahren stecken aber hinter dem organisierten Partnertausch ?

Glaubt man den zahlreichen Medienberichten, so erfreuen sich Swingerclubs und Vereine grosser Beliebtheit. Kaum eine Woche vergeht ohne neue Reportagen über “aufgeschlossene” Menschen, die den Partnertausch wagen. Allerdings sind diese Berichte zumeist quotenorientiert aufbereitet, zeigen wilde Orgien, hemmungslose Frauen und Männer beim Sex und lauter schöne Menschen in schicken Dessous. Dieses unkomplizierte Bild entspricht in der Regel jedoch nicht der Wirklichkeit. Zum Einen, weil die Zahl derer, die tatsächlich “swingen” weit geringer ist, als von den Medien glaubhaft gemacht (Umfragen* zufolge haben nur etwa 2% der Erwachsenen tatsächlich diesbezügliche Erfahrungen gemacht, weitere 10% hegen einen diesbezüglichen Wunsch), zum Anderen deshalb, weil das Spiel mit dem Tabubruch (Partnertausch und/oder Gruppensex) in der Realität nicht so harmonisch abläuft, wie es zuweilen dargestellt wird.

Was bedeutet Swinger eigentlich?

Eine gar nicht so einfach zu beantwortende Frage. Auf folgende - recht allgemeine - Definition dürften sich aber die meisten praktizierenden Swinger einigen können:

Swinger sind Paare, die Spass am ausgefallenen Sex haben, der eine geht eher in Richtung SM/Fetisch, andere wiederum mögen es nur gesehen zu werden, wieder andere üben den Partnertausch aktiv aus. Noch andere mögen den Sex zu dritt. usw., jedenfalls also Menschen die Ihre Sexualität über die Fantasie hinaus in der Realität ausleben möchten.

Falsch wäre es allerdings anzunehmen, dass deshalb alle Swinger nymphoman veranlagte, untreue Menschen wären, deren (Beziehungs)Leben sich ausschliesslich um Sex mit möglichst vielen unterschiedlichen Menschen dreht. Da diese Beschreibung mittlerweile wohl auch auf die meisten Nicht-Swinger zutreffen würde, folgende Eingrenzung:

Bei den allermeisten praktizierenden Swingern dürften folgende Elemente fundamentaler Bestandteil ihrer sexuallen Vorlieben sein:

  • ein mehr oder weniger stark ausgeprägter exhibitionistischer Hang
  • die Liebe zum Spiel mit dem Feuer, dem Partnertausch
  • mehr oder weniger stark ausgeprägte bi-sexuelle Neigungen (hier zumeist bei Frauen)
  • “besondere” erotische Vorlieben (S/M, Bondage, Gruppensex), der sich insofern leichter ausleben lässt, da der Partner dabei sein kann, aber nicht mitmachen muss

Wer “swingt” ? Oder bezeichnet sich als Swinger ?

Darf man den durchaus plausiblen Angaben der Szene trauen, dann lautet die Antwort: oftmals die Falschen! Warum? Oft werden Clubs aus den falschen Motiven besucht: Ein Partner möchte unbedingt, der andere lässt sich - aus welchen Gründen immer - überreden. Oder aber, man versucht einer - vielleicht schon etwas eingerosteten - Beziehung einen neuen Kick zu verleihen ohne die Konsequenzen sorgfältig miteinander besprochen zu haben. Last but not least, der verzweifelte Versuch eine brüchige Beziehung durch den Besuch eines Swingerclubs wieder zu kitten. Dies alles führt zumeist zu unschönen Krisen in Partnerschaften und nicht selten zu deren Ende. Die eingefleischte Swinger-Szene ist wohl nicht zuletzt aus diesen Gründen recht überschaubar, dafür aber mit grosser Leidenschaft, guten Manieren und Diskretion bei der Sache.

Mehr Informationen: Swingertreff + Swingerclubs

Partnertausch - Kick oder Gefahr?

Es zeigt sich, dass durchaus viele Menschen einen diffusen erotischen Wunsch nach hemmungslosen, orgiastischen Sex mit - vielleicht auch geschlechterübergreifenden - Partnertausch haben, dass sich diese Fantasien aber oftmals nicht in die Realität umsetzen lassen. Unbestritten fasziniert der Reiz des Verbotenen, doch erfahrungsgemss entfalten erotische Fantasien ihre grösste Wirkung wenn sie bleiben was sie sind, eine schöne Vorstellung. Dies bedeutet aber nicht, dass Partner nicht über Wünsche und Vorlieben sprechen sollen um auszuloten, was beiden gefällt, wie weit das gegenseitige Vertrauen tatsächlich geht und welche Fantasien den anderen abschrecken könnten.

Was erwartet mich in einem Swingerclub?

Zumeist sind diese Clubs mittlerweile professionell (nicht unbedingt im Sinne der Gewerbsmässigkeit) geführte Etablissements mit Bar, Tanzbereich, Sauna, Solarium, Ruhezonen und natürlich unterschiedlichen “Lustwiesen”. Die Anzahl der Gäste und das Alter schwankt von Club zu Club und ist von Tag zu Tag sehr unterschiedlich und ist meist für den Betreiber nicht vorhersehbar. Tagesschwankungen hängen tatsächlich vom Wetter oder Fernsehprogramm ab. In den meisten Clubs herrscht zumindest unter der Woche Herrenüberschuss, dieser wird aber in guten Clubs begrenzt. Einige Clubs achten auf geringeren überschuss, anderen ist das Verhältnis egal, Hauptsache die Kasse stimmt. Gute Clubs beschränken sich strikt auf 2-3 Männer pro Paar. Es gibt auch viele Single-Frauen, die einen solchen Club besuchen. In manchen Clubs gibt es auch gewerbliche Damen, die sich bei Flaute um die Solomänner kümmern.

Preise

Die Preise für Soloherrn sind in der Regel weit höher als für Paare oder Solodamen. In vielen Clubs bezahlen Paare oder Solodamen keinen Eintritt, dafür müssen sie jedoch damit rechnen, dass jede Menge Soloherrn anwesend sein werden.
An Pärchentagen ist der Eintritt in der Regel weit höher als sonst. Dies liegt an der Tatsache das keine Soloherrn eingelassen werden. Als Richtpreise können folgende Angaben gesehen werden: Männer 80,- bis 130,- EUR, Paare meist kostenlos oder bis 40,- EUR, Frauen kostenlos. Im Preis inkludiert sind die meisten Leistungen, also auch Buffet und Getränke, allerdings nicht die Garantie auf Geschlechtsverkehr!

Mehr Informationen: Partnertausch

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